Brennnessel

 

Botanischer Name: Urtica dioica

Familie: Urticaceae (Brennnesselgewächse)

 

Die Brennessel ist ein Frühlingskünstler schlechthin: Ob in der Küche, als Heilmittel oder um "Winterschlacken" loszuwerden hat dieses wuchernde "Unkraut" viele wertvolle Eigenschaften.

Es gibt wahrscheinlich kaum jemand, der nicht schon in der Kindheit Bekanntschaft mit der grossen Brennnessel gemacht hat. Schon Kräuterpfarrer Künzli sagte, sie gleiche einem „ruche Cholderi“, denn ihren „Händedruck“ vergesse man nie mehr.  Die grosse Brennessel (Urtica dioica) ist ein Kulturbegleiter des Menschen und ist überall dort anzutreffen, wo Mensch und Tier „ihren Mist“ hinterlassen haben und darum ein hoher Stickstoffgehalt im Boden vorhanden ist. Stickstoff ist ein wesentlicher Baustein für die Eiweissbildung. Die eiweissreichen Blätter dienen denn auch den Raupen mehrerer Schmetterligsarten (z.B. Kleiner Fuchs, Admiral) als Nahrung. Weiter bildet die Brennnessel sogenannte biogene Amine, das sind Substanzen welche mitverantwortlich sind für die heftigen Hautreaktionen, welche die Pflanze bei Berührung mit den Brennhaaren auslösen. Zudem enthält sie viele Mineralstoffe und weitere Pflanzeninhaltsstoffe welche für ihre Wirksamkeit verantwortlich sind.


 

Botanik

 

Die Blüten sind unscheinbar und ca. 1 mm gross. Die Brennnessel ist so genannt zweihäusig, das bedeutet, dass es rein weibliche und rein männliche Pflanzen gibt oder anders gesagt, es gibt ein „Frauenhaus“ und ein „Männerhaus“.

Mit ihrem unterirdischen Stängel, dem sogenannten Rhizom, erobert sie sich den Umkreis und kann riesige Bestände bilden. Dies hat sicher schon jeder Gärtner festgestellt, wenn er versucht hat, die Brennessel durch Ausgraben auszurotten.

 

Naturheilkunde

 

In der Pflanzenheilkunde wird das oberirdische Kraut oder die Blätter der Brennessel als Tee oder Tinktur unter anderem zur Linderung rheumatischer Beschwerden eingesetzt. Sie wirkt Stoffwechsel anregend und lindert Rheumaschmerzen, so dass teilweise auch der Einsatz von Schmerzmitteln reduziert werden kann. Bei Blasenentzündungen hilft ihre wassertreibende Wirkung, hier meist jedoch zusammen mit anderen wassertreibenden und entzündungshemmenden Heilpflanzen. Auch hilft sie im Frühling die „Winterschlacken“ loszuwerden.

Die unterirdischen Pflanzenteile werden erfolgreich bei milden Formen einer gutartigen Prostatavergrösserung eingesetzt. Männer ab 40 können einen Tee aus dem Wurzelstock, auch zur Vorbeugung, kurweise trinken. Auch bei Reizblase hat sich die Brennesselwurzel bewährt.

Verwendung

 

Der Mensch hat sich seit Urzeiten der Nessel und ihrer hervorragenden Qualitäten bedient. So können aus der Faser der Nessel Stoffe und Seile hergestellt werden, welche stärker sind als Textilien und Seile aus Leinen und Hanf. Die jungen Brennesseltriebe können im Frühjahr gut als Spinatersatz oder als Beigabe zu einem Spätzliteig verwendet werden. Im Naturgarten wird in Wasser eingelegte Brennessel zur Bekämpfung von Läusen und zur Herstellung einer Jauche zum Düngen verwendet.

 

Interessantes

 

Auch Hans Christian Andersen hat eines seiner Märchen den Verwandlungskünsten der Brennessel gewidmet. Vielleicht mögen Sie sich einen Moment Zeit nehmen, zurücklehnen und sich Die wilden Schwäne zu Gemüte führen? Auch Märchen haben eine heilende Wirkung...

Wer die Brennessel in der Küche verwenden möchte, ist mit den Rezepten von Sabine Hagg goldrichtig: Unter folgendem Link finden Sie Blitzbrötchen mit Brennnesseln und Bärlauch, einen Frühlingssaftund ein Wildkräuterpesto www.sabine-hagg.ch/rezepte