Komplementärmedizin in der Schweiz 

 

In der Schweiz ist die Komplementärmedizin breit verankert

2009

Ja zur Komplementärmedizin

 

Das Schweizer Stimmvolk stimmt der Aufnahme der Komplementärmedizin in die Bundesverfassung zu (Art. 118a BV), indem es die Initiative "Ja zur Komplementärmedizin" mit einem 2/3 Mehr annimmt.

 

 

Kernforderungen der Initiative

 

  • Förderung der integrativen Medizin (Zusammenarbeit von Schul- und Komplementärmedizin)
  • Aufnahme ärztlicher Richtungen der Komplementärmedizin in die Grundversicherung.
  • Förderung von Lehre und Forschung
  • Schaffung nationaler Diplome und kantonaler Berufszulassungen für nichtärztliche Therapeuten
  •  Sicherstellung der Heilmittelvielfalt

Aus dem Abstimmungskomitee ist der Dachverband Komplementärmedizin hervorgegangen (Dakomed).

Dieser hat zum Ziel, die Kernforderungen der Abstimmung umzusetzen.

In diesem Dachverband haben sich  Ärzte- und Therapeutenorganisationen, Integrative Kliniken, Schulen, Gesundheitsorganisationen, der Schweizerische Drogistenverband, Schweizerische Pharmazeutische Fachgesellschaft Komplementärmedizin und Phytotherapie und der Heilmittel-Herstellerverband SVKH zusammengeschlossen.

 

2024

KAM Barometer

 

An einer repräsentativen Umfrage im 2024 gaben zwei Drittel der Befragten an, komplementärmedizinische Angebote zu nutzen. Die Befragung wurde durch das ErfahrungsMedizinischen Register EMR in Auftrag gegeben.

Krankenversicherung

 

​​​​​​Obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP)

Sie übernimmt die Kosten für ärztliche Leistungen in Bereichen wie Phytotherapie, anthroposophische Medizin, klassische Homöopathie, Akupunktur und TCM-Arzneimitteltherapie. 

 

Zusatzversicherungen Komplementärmedizin

Verfahren der Komlementärtherapeuten und Leistungen der Naturheilpraktikerinnen können über Zusatzversicherungen abgedeckt werden. 

 

 

 

Komplementärmedizin umfasst sich ergänzende Heilverfahren wie die verschiedene komplementären Therapien, wie auch verschiedene Arzneimittel, die zur Linderung von Symptomen und zur Stärkung der Selbstheilungskräfte eingesetzt werden. 

 

Die Integrative Medizin geht einen Schritt weiter: Sie verbindet die hochspezialisierte Diagnostik und Akutversorgung der konventionellen Medizin mit den ganzheitlichen, ressourcenorientierten Ansätzen der Komplementärmedizin – individuell abgestimmt auf die körperlichen und psychosozialen Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten.

 

Noch umfassender ist das Konzept der Integrativen Gesundheit, das über medizinische Therapien hinausgeht und auch Lebensstil, Umwelt und gesellschaftliche Rahmenbedingungen einbezieht, um langfristiges Wohlbefinden, Resilienz und Gesundheitskompetenz zu fördern (Witt et al., 2017).

 

Die Vorteile der Integrativen Medizin zeigen sich im klinischen Alltag: Patientinnen und Patienten genesen schneller, erleben weniger Nebenwirkungen und berichten von einem besseren Allgemeinbefinden. Schlüsselelement ist die interprofessionelle Zusammenarbeit von Ärztinnen und Ärzten, Pflegefachpersonen sowie Komplementärtherapeutinnen und -therapeuten. Komplementärmedizinische Arzneimittel – etwa pflanzliche Präparate – und gezielte Entspannungstechniken fördern dabei nicht nur die physische Heilung, sondern stärken auch die Selbstwirksamkeit der Betroffenen.

 

Erste Erfolge – insbesondere in der Onkologie und Schmerzmedizin – ist das integrative Modell in der stationären Versorgung der Schweiz bisher erst in wenigen Kliniken fest etabliert. Eine stärkere Verankerung im Gesundheitswesen wäre ein entscheidender Schritt, um dem wachsenden Bedürfnis der Bevölkerung nach einer umfassenden, ganzheitlichen Medizin gerecht zu werden.